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Menschen nach der Flut 2021

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Einleitung

RückBlende - Menschen nach der Flut 2022

Vollbild
Menschen, die die Flutkatastrophe im Juli 2021 erlebt haben, erzählen in dieser Fotoausstellung ihre Geschichte mit einem Portrait, einem kurzen Begleittext und online auch durch das gesprochene Wort. Der gemeinnützige Verein Adventsmenschen e.V. möchte mit diesen Geschichten weiter Aufmerksamkeit für die Situation der Betroffenen in den Flutgebieten schaffen. Aufmerksamkeit, um für die weiterhin benötigte Hilfe - insbesondere durch Handwerker und Helfer - zu werben. Der Wiederaufbau der Flutregionen steht nun an, wofür jede helfende Hand benötigt wird. Mehrere Hilfsorganisationen wie beispielsweise "Handwerker für das Ahrtal", "Helfershuttle.de", "die Dachzeltnomaden" machen eine gezielte und effiziente Hilfe möglich, auch wenn diese nur kurzzeitig ein paar Tage unterstützen können. Wir vermitteln die Helfer und Handwerker gemeinsam mit diesen Organisationen und stehen für Fragen zur Verfügung.
Die Adventsmenschen haben mit dem Fotografen Jörg Hauenstein diese Fotoausstellung geschaffen, die in ganz Deutschland als Wanderausstellung zu sehen sein wird.

Ihre Adventsmenschen,
Sylvia Pitzen
Vorständin

Adventsmenschen.de
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Wir haben 2 Bilder-Sets. Set 1 geht in den südlichen Raum Deutschlands und Set 2 in den nördlichen Raum.

Hier die Tour-Daten für das Set 1:

Kloster Marienthal 13. Feb. - 05. März 2022
Kreissparkasse in Daun, 11. März - 01. April 2022
Trier, Autohaus Heistergruppe, 02. April - 29. April 2022 
Kaiserslautern, Porsche Zentrum, 29. April - 20. Mai 2022
Mainz, Mainzplus, Juni 2022
Ingelsheim, Juli 2022

Hier die Tour Daten für das Set 2:

Siegburg, Autohaus Steingruppe, 12. März - 26. März 2022
Bergisch Gladbach, Autohaus Steingruppe, 26. März - 16. April 2022
Gummersbach, Autohaus Steingruppe, 16. April - 02. Mai 2022
Bergheim, Jacobs Automobile, 04. Mai - 04. Juni 2022
Emsdetten, 07. Juni - 24. Juni, Sparkasse 
Sögel (Emsland), Autohaus Bartels, 28. Juni - 18. August 2022
....weitere Termine werden in Kürze bekannt gegeben.

Weitere Termine für die Fotoausstellung werden hier veröffentlicht!

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Flut Portraits

Wilfried lebt im ältesten Fachwerkhaus von Insul, das 1616 gebaut wurde. Es überstand die Flut, allerdings stark beschädigt, da der Lehmputz durch die Wassermassen vollgesogen war und sprichwörtlich „aus den Wänden fiel“. Zu diesem wunderschönen Fachwerkhaus gehört ein kleiner angebauter Pferdestall, in dem Wilfried zwei schöne, schwarze Pferde hält. Tagsüber weiden die Pferde an der Ahr. Als das Hochwasser kommt, holt er die Pferde und bringt sie in den Stall. Die Pferde stehen die ganze Flutnacht über bis zum Hals im Wasser. Er ist froh, dass sie trotzdem ganz ruhig geblieben sind. Er schaut immer wieder nach ihnen. Was würde er tun, wenn das Wasser noch weiter steigen würde? Gott sei Dank überstanden alle das Hochwasser.

Das Haus konnte Wilfried Dank seines eigenen Geschicks bereits in großen Teilen restaurieren. Da er nur mit einem Ofen heizt, kann er sein Haus bereits früh trocknen. Strom, Wasser und Heizung sind im Ahrtal weitestgehend über Wochen ausgefallen – in manchen Teilen ist die Versorgung bis heute nicht wiederhergestellt.
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Bodos Frau saß im Rollstuhl.
Als das Wasser steigt, bekommt sie Panik und ruft hilfesuchend ihre Tochter an, die etwa 20 Kilometer entfernt lebt. Die Tochter kann über einen Feuerwehrmann vor Ort noch Hilfe rufen, bevor das Netz zusammenbricht. Bodo versucht, seine Frau zu beruhigen und gleichzeitig immer wieder Gegenstände aus den unteren Geschossen in das obere Stockwerk zu retten. Um circa 20 Uhr rettet die Feuerwehr Kreuzberg Bodo und seine Ehefrau schließlich über den dahinterliegenden Hang aus dem Haus. Während der Rettung verliert Frau W. Ihr Bewusstsein und verstirbt noch in derselben Nacht. Die genaue Todesursache ist nicht bekannt.
Bodo steht hier im Friedwald, wo seine Frau begraben liegt.
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Gregor und seine Frau Martina verbringen die Nacht auf dem Dachgeschoss ihres Hauses. Ihr Haus hatte ein Obergeschoss und neben dem Haus befand sich eine eingeschossige Einliegerwohnung. Gregor bemerkt, dass sein Nachbar in der Wohnung ist, als das Wasser kommt. Also steigt er auf das Dach des Nachbarn und wirft die Ziegel herunter, um ihn über das Dach aus seiner Wohnung zu retten. Ohne Hilfe hätte sein Nachbar es nicht mehr aus der Wohnung geschafft. Es gelang und alle überstehen die Nacht wohlbehalten auf Gregors Dachboden. Gregor rettete so seinem Nachbarn das Leben.  
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Gregors Haus hat die Flutnacht leider nicht überstanden und wurde abgerissen. Er hatte es mit seinem Vater und Bruder gemeinsam aufgebaut.
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Ina ist Christianes Tochter. Als das Wasser kommt, schickt ihre Mutter sie und ihren älteren Bruder in ihrer Not aus dem Dorf fort. Ina und ihr Bruder versuchen mit dem Auto einen Ausweg zu finden, aber die Wassermassen kommen zum einen von allen Seiten, aber auch von oben aus den Bergen heruntergeschossen. Es bleibt nur die Möglichkeit im Dorf eine Brücke zu überqueren. Das Wasser schwappt bereits darüber, doch es ist der einzige Ausweg. Sie fassen allen Mut und geben Gas, um die Brücke möglichst schnell zu überqueren. Es kostete sie viel Überwindung und sie schrien vor Aufregung, aber es gelingt ihnen.
Sie sind in Sicherheit.

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Adelheid, 86 Jahre alt und Mutter der verstorbenen Frau von Bodo, bleibt unbeirrt in ihrem Haus. Auch als das Wasser höher steigt, verweilt sie im Wasser stehend im Untergeschoss und holt einige Fotos aus dem Wohnzimmerschrank. Es ist ihr wichtig, die Bilder noch an diesem Abend in ein kleines Album zu sortieren, um sie so zu retten. So sitzt Adelheid an ihrem Küchentisch – das Wasser hüfthoch – und sortiert Fotos. Adelheid verliert in dieser Nacht, nur ein Haus weiter, ihre Tochter. Sie erfährt es am nächsten Tag.
Ein solches Hochwasser, sagt Adelheid, gab es in ihren 86 Jahren in Kreuzberg noch nie.
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Andi hat versucht zunächst sein Hab und Gut aus dem Innenhof, in der sich seine geliebte Straußwirtschaft „Em Eselsstall“ befindet, zu retten. Als das Wasser immer weiter steigt, kommt seine Ex-Frau und bittet ihn mit zu ihr zu kommen, da sie höher wohnt als er. Mit viel Widerwillen geht er schließlich mit und verlässt sein Zuhause. Das Wasser steht beiden bereits bis zur Schulter, als sie sich durch die Strömung kämpfen. Dabei verliert seine Ex-Frau einmal das Gleichgewicht und wäre beinahe von den Fluten mitgerissen worden. Er kann sie jedoch am Arm fassen und wieder hochziehen. Erschöpft, aber in Sicherheit, kommen sie schließlich am Haus seiner Ex-Frau an.
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Als das Wasser kommt, kümmert sich Sabine zuerst um ihre Mutter, die drei Häuser weiter in derselben Straße lebt. Das Wasser steigt schnell. Nachdem sie ihre Mutter versorgt hatte, schafft sie es gerade noch nach Hause. Anschließend schaute sie immer wieder aus ihrem Schlafzimmerfenster auf das Haus der Mutter. Als das Wasser immer höher steigt, geht Sabine auf den Dachboden und wartet die Nacht ab.

„Wie macht man die Dachziegel ab, wenn das Wasser noch weiter steigt?“, dieser Gedanke kommt ihr immer wieder. Die ganze Nacht lang zählt sie die Treppenstufen zum Dachboden, die ihr noch bleiben, bis das Wasser sie erreichen würde.
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Robby wohnt in zweiter Häuserreihe etwa 100 Meter von der Ahr entfernt. Als er abends nach Hause kommt ist der Wasserpegel bereits deutlich gestiegen und der Fluss über die Ufer getreten. Als das Wasser bei seinem Nachbarn ins Haus fließt, beschließt er ihm zu helfen. Im eigenen Haus dringt das Wasser inzwischen in die untersten Etagen ein. Robby hilft dennoch weiteren Menschen in den vorderen Häuserreihen. Schnell koordiniert er sich mit anderen Bewohnern im Ort, um alle Menschen in Sicherheit zu bringen. Später erfährt er, dass in einem Hof an der Ahr noch Kühe in ihren Ställen stehen. Als er dort ankommt sind bereits weitere Dorfbewohner vor Ort, um die Tiere zu retten. Dann bemerken sie in einem kleinen Stallanbau zwei Menschen in der ersten Etage, die nicht mehr herauskommen und um Hilfe schreien. Die Flut reißt einen Stall rechts und links von ihnen fort. Robby besorgt ein langes Seil und versucht es ihnen zuzuwerfen. Dabei verliert er das Gleichgewicht, rutscht die Böschung hinab und kann sich nur durch das Seil halten.
Irgendwie richtet er sich auf und es gelingt ihm, unterstützt durch andere Helfer, die beiden Menschen zu retten.
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Daniela ist mit ihrem Freund in Bad Neuenahr im zweiten Obergeschoss ihrer Wohnung. Der Wasserpegel reicht bis zu ihrem Balkon. Nach einer schlaflosen Nacht voller Angst und unheimlichen Geräuschen verlassen sie die Wohnung und gehen zunächst 2-3 km durch kniehohen Schlamm und Geröll, um an Trinkwasser zu kommen. Die Bilder von zerstörten Häusern und Autos die in Bäumen hängen sowie der Geruch werden wohl nie aus ihren Köpfen verschwinden, wie Daniela erzählt. Sie macht sich große Sorgen um ihre Mutter, die auf der anderen Seite der Ahr lebt. Alle Brücken sind jedoch zerstört. Vor der Kurklinik finden sie einen langen, dünnen Balken, den offenbar jemand von Ufer zu Ufer dort platziert hat. Auf allen Vieren kriechen sie – trotz Höhenangst – unter Lebensgefahr auf die andere Uferseite. Rückblickend kann Daniela selbst nicht fassen, wie sie über ein solches „Streichholz“ über den immer noch tosenden Fluss klettern konnte.
Bei der Mutter angekommen stellte sie erleichtert fest, dass diese die Flutnacht zum Glück ebenfalls unversehrt überstanden hatte. Ein paar Tage nach der Flut erfährt Daniela, dass ihre Freundin und die Nachbarin zu den vielen Todesopfern zählt.
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Christiane wohnt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern nahe der Ahr in Ahrbrück. Als das Wasser höher steigt, müssen sie aus dem Haus und dem Ort flüchten. Sie verbringt noch schnell ihre Hühner und Gänse im oberen Bad in Sicherheit und weist die Kinder an, das Auto zu nehmen und den Ort schnellstmöglich zu verlassen. Sie packt noch die Hunde ins Auto und läuft anschließend selbst in den Nachbarort zu ihrer ältesten Tochter, die etwas höher wohnt, und verbringt die Nacht auf deren Terrasse ohne zu wissen, wo ihre anderen Kinder sind und ob sie wohlbehalten sind. Am nächsten Morgen kann sie die Zerstörung in Ahrbrück kaum fassen. Sie steht heute in einem Haus mit nackten Wänden, ohne jegliches Hab und Gut. Gleichzeitig engagiert sich Christiane sehr für andere Menschen in ihrem Ort und unterstützt die Versorgungsstelle vor Ort seit Monaten.
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Als Stephan am Abend vor der Flut nach Hause kommt, sieht er den bereits angeschwollenen Fluss. Seine Frau informiert ihn, dass sie bei ihren Eltern in der Eifel bleibt. Stephan geht ins Haus, bringt wichtige Dinge aus dem Keller ins Parterre und rettet seine Musikinstrumente ins Obergeschoss. Dann strömt das Wasser so massiv nach innen, dass er nach oben flüchten muss. Als es im Obergeschoss ankommt, überlegte er, auf das Dach zu steigen, doch die Flut steigt glücklicherweise nicht weiter. Stephan bleibt die Nacht über wach, versucht Angehörige zu erreichen und beobachtet das unkontrollierbare Chaos rundherum. Am Vormittag packt er wenige Habseligkeiten und watet durch hüfthohen Schlamm an den Rand des Tales, wo er sich abholen lässt. Im Haus ist bis auf wenige Dinge alles vernichtet. 14 Tage später erreicht er zum ersten Mal sein Atelier bei Dernau. Durch die höhere Lage ist es unversehrt und die dort aufbewahrte Kunst gerettet. Sie hatten Glück. In Stephans Familie wurde niemand verletzt, aber sie haben Freunde und Bekannte verloren.

Nichts wird mehr sein, wie es war.
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Dagmar lebt mit ihrem Lebensgefährten und sieben Hunden in Ahrbrück, etwas weiter oberhalb des Dorfes. Das Wasser steigt in ihrem Erdgeschoss auf etwa einen halben Meter Höhe. Sie bringt ihre Hunde in ihrem Schlafzimmer im Obergeschoss in Sicherheit. Sie erinnert sich vor allem an das bollernde und sehr laute Rauschen des Flusses in dieser Nacht, welches auf sie sehr bedrohlich wirkt. In der Nacht und am nächsten Tag sind Dagmar und ihr Lebensgefährte mit den Hunden beschäftigt, die die Bedrohung ebenfalls spüren. Zudem müssen sie einen Weg finden, wie die Hunde „ihr Geschäft“ machen können. Immer wieder tragen sie ihre sieben Hunde durch das kniehohe Wasser, um in eine kleine, erhöhte Ecke des Gartens zu gelangen, in der kein Wasser steht Alle Zwei- und Vierbeiner überstehen die Nacht.

Dagmar engagiert sich heute für die Menschen im Ort und beschreibt den unglaublichen Zusammenhalt unter den Betroffenen. Gemeinsam mit anderen Freiwilligen, betreibt sie seit Monaten eine Versorgungsstelle, um die Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen.

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Das Ehepaar Tenner erlebt die Flut sehr traumatisierend. Birgit ist in ihrem Modegeschäft in Gemünd, wo sie den Anstieg des Wassers bemerkt. In letzter Minute kann sie noch nach Hause fahren. Ihren Ehemann trifft sie dort jedoch nicht an. Dieser hat tagsüber bereits versucht einen kleinen Bachlauf und ein Abflussrohr von Treibgut freizuhalten, damit das Wasser abfließen kann. Mehrere Bewohner schließen sich ähnlichen Bemühungen an, müssen den Kampf allerdings irgendwann aufgeben. Volker hat in der Hektik vergessen seine eigenen Autos in Sicherheit zu bringen. Als er zu dem Parkplatz gehen will, war das Wasser so stark angestiegen, dass er weder seine Autos retten kann noch selbst eine Möglichkeit sieht nach Hause zu kommen. Er harrt fast die ganze Nacht auf dem Parkplatz des Ortes aus. Er erlebt dort unter anderem Kinder in größter Not, ohne ihnen helfen zu können. Schließlich kämpft sich Volker durch das Hochwasser langsam und vorsichtig nach Hause. Das Wasser geht ihm immer noch bis zur Brust und der Weg dauert vier Stunden lang.

Seine Frau hat sich große Sorgen gemacht. Das Ehepaar leidet bis heute unter den Ereignissen der Nacht. Sie stecken jedoch den Kopf nicht in den Sand und investieren all ihre Kraft in den Wiederaufbau des Hauses und einen geschäftlichen Neuanfang. Das Modegeschäft in Gemünd ist leider vollständig verloren.
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Andy ist mit Frau und Kindern im eigenen Haus in Ahrweiler, als die Flut kommt. Die Kinder schlafen und Ragna und Andy retten schnell wenige Dinge ins Obergeschoss. Dort wartend, fragen sie sich, wie weit das Wasser steigen würde. Ragna tut alles, um ihre Kinder am Schlafen zu halten, was ihr auch gelingt. Trotz der Zerstörung, die am nächsten Morgen sichtbar wird, hatte die Familie Hoffnung. Sie wissen, wohin sie gehen können.

Das Weingut ihrer Freunde wird für sie zum vorübergehenden Zuhause. Hier sammeln sie Kraft und hier entsteht Andys Buch „Es war doch nur Regen!?“, in dem er seine Erlebnisse und Erfahrungen niederschreibt. Ein Ort der Hoffnung – nicht nur für die Neumanns.
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Hilde und ihr Mann flüchten vor der Flut auf ihren Dachboden. Ängstlich überstehen sie dort die Nacht, ohne zu wissen, wann das Wasser endlich aufhören wird zu steigen. Die größte Angst hat Hilde um die jugendliche Tochter ihrer Nachbarn, die gegenüber wohnt. Das Wasser und Treibgut donnert immer wieder genau an die Hauswand, wo sich das Mädchen befindet. Auch nach der scheinbar endlosen Nacht müssen sie weitere zwei Tage auf dem Dachboden verbringen, bevor endlich Rettung kommt. Ihr Mann hat sich kurz nach der Flut am Bein verletzt. Die Verletzung war sehr schwerwiegend, denn das Bein hatte sich stark entzündet. Die Familie macht sich große Sorgen um die Gesundheit des Ehemanns und Vaters. Nach wochenlanger Krankheit geht es Hildes Mann inzwischen besser. Auch das Nachbarskind hat die Flutnacht unverletzt überstanden. Hilde und ihr Mann leben noch bei ihrem Sohn in einem Nachbarort, da das eigene Haus aktuell noch entkernt ist. Sie hoffen auf eine Rückkehr in ihren Heimatort und in ihr Haus.
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Paddy und Edyta verbringen die Flutnacht mit einer ihrer Töchter in ihrem Haus in Dernau. Als das Wasser steigt, gehen sie nach oben. Das Zimmer der Tochter ist in einem anderen Teil des Hauses, getrennt durch den nicht mehr passierbaren Innenhof. Beide haben große Angst um ihre Tochter, zumal dieser Teil des Hauses an der Straße liegt. Autos, Holzstämme und anderes Treibgut knallten immer wieder gegen die Hauswand. Man spürt die Mauern beben. Wird das Haus der Flut standhalten? Gott sei Dank bleibt ihre Tochter unverletzt. Am Morgen war die Zerstörung gewaltig. Schnell kommen Freunde, um zu helfen. Die größte Sorge gilt den Fotos und Fotoalben. Freunde nehmen diese mit, reinigen und trocknen jedes einzelne Bild. Das ist für Edyta enorm bedeutend gewesen – wenigstens das bleibt ihr. Eine Hälfte ihres Hauses muss abgerissen werden. Die andere Hälfte ist entkernt, darin bauen sie ihr zukünftiges Zuhause wieder auf.

Die Familie ist sehr dankbar für die Hilfe, die sie erfahren durfte. Einige Helfer sind zu Freunden fürs Leben geworden.
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Martin und Iris wohnen mit ihren zwei kleinen Kindern in einem Haus in Dernau. Das Haus liegt etwas höher und circa 100 Meter von der Ahr entfernt. Martin ist in der freiwilligen Feuerwehr Dernau. Sein Opa brachte Martin schon als kleinem Jungen viel über die Gefahren von Hochwasser an der Ahr und dessen Bemessung bei, denn er hatte bereits 1910 ein Jahrhunderthochwasser erlebt. So geht Martin vor der Flut sehr professionell mit den Wettermeldungen um, die er bekommt. Als es heißt, das Wasser sei etwa so hoch wie 2016, wusste Martin, das Wasser wird „nur“ bis zu seinem Hof kommen und vermutlich nicht ins Haus. Am Nachmittag erreicht ihn die Meldung des geschätzten Pegelstands von 5,40 Meter. Nun weiß er, dass das Wasser sein Haus erreichen wird. Die im Keller aufbewahrten Wasserpumpen werden ertüchtigt und Martin verlässt das Haus zur Lagebesprechung mit der Ortsfeuerwehr.

Anschließend kehrt er zurück in sein Haus, wo er später mit seiner Familie bis auf den ausgebauten Dachboden fliehen muss. Das Wasser steigt in der Nacht bis etwa zur Mitte des zweiten Obergeschosses. Er sitzt auf der obersten Treppe, leuchtet mit der Taschenlampe und fragte sich, wie hoch das Wasser noch steigen wird.
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In der Nacht der Flut muss die Familie auf das ausgebaute Dachgeschoss flüchten, in dem die Kinderzimmer sind. Die Kinder und der Hund bleiben die Nacht über relativ ruhig. Das Wasser steigt bis zur Mitte des zweiten Obergeschosses ihres Hauses. Der höchste Pegel war gegen 1 Uhr nachts erreicht und die Familie legt sich schlafen. Der nächste Tag ist für Iris und ihre Familie fast schlimmer als die Nacht selbst. Sie sehen die Zerstörung rund um ihr Haus. Das Wasser war zwar gesunken, aber sie sind noch immer eingeschlossen. Die Kinder werden ungeduldig, der Hund müsste sein „Geschäft“ machen und sie selbst hören immer und immer wieder die Hubschrauber kreisen, die die Nachbarn von ihren Dächern retten.

Sie müssen noch bis zum Abend ausharren, da der Hubschrauber sie nicht von ihrem Balkon retten kann. Am Abend holt sie schließlich ein Feuerwehrboot aus ihrem Haus. Iris beschreibt, dass die Tage und Wochen nach der Katastrophe „wie ein Film“ an ihr vorbeiliefen.
Immer wenn es ihr zu viel wurde, setzte sie sich auf die vordere Treppe oder stand am Fenster ihres Hauses und schaute dem Treiben von hunderten von Hilfskräften, Landwirten, Baufirmen und privaten Helfern zu.
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Unsere Sponsoren!
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Wir bedanken uns sehr herzlich für die Unterstützung unserer tatkräftigen Unterstützer für die Umsetzung dieses Projekts:

1.)  Ute Bartels, Mitglied bei den Adventsmenschen und Koordinatorin des Projektes

2.) Jörg Hauenstein, Fotograf und Ideengeber zu dieser Fotoausstellung

3.) Stephan Maria Glöckner, Künstler und Musiker, Titel der Ausstellung und Schenkung des "Worteils" zum Titel, sowie weitere operative Unterstützung

4.) Andy Neumann, operative Unterstützung in der Umsetzung der Fotoausstellung und der Begleittexte

5.) Jakob Hauenstein, Produktion und Schnitt der O-Töne

Des Weiteren möchten wir uns sehr bei unseren Sponsoren für dieses Projekt bedanken! (siehe oben)

Und wir bedanken uns in ganz besonderer Weise bei den für dieses Projekt portraitierten Personen, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben und uns ihre Geschichten aus der Flutnacht und der Zeit danach erzählt haben für diese Fotoausstellung.
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